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Andrew Feldman

Andrew Feldman ist ein US-amerikanischer Unternehmer und Mitgründer, Präsident sowie Vorstandsvorsitzender von Cerebras Systems, einem Hersteller von KI-Beschleunigerchips, das er seit der Gründung 2015 leitet. Zuvor gründete er 2007 das auf energieeffiziente Server spezialisierte Unternehmen SeaMicro, das er 2012 an AMD verkaufte. Mit Cerebras verfolgt Feldman einen radikalen Gegenentwurf zur vorherrschenden Chip-Architektur der KI-Industrie: Statt vieler einzelner GPUs baut das Unternehmen den nach eigenen Angaben physisch größten je gefertigten Computerchip, der einen kompletten Siliziumwafer statt eines einzelnen Chipausschnitts nutzt.

Zusammenfassung

Feldmans Werdegang führt von einer Kindheit in Palo Alto als Sohn zweier Stanford-Professoren über eine erste, 2012 an AMD verkaufte Firmengründung zur Gründung von Cerebras Systems, dessen zentrales Produkt der Wafer-Scale-Engine-Chip ist. Der Chip verfolgt eine radikal andere Architekturidee als Nvidias Grafikprozessoren: Statt Rechenleistung auf viele vernetzte Einzelchips zu verteilen, bündelt Cerebras sie auf einer einzigen, ungewöhnlich großen Siliziumscheibe.

Cerebras positioniert sich damit als Nischenanbieter, der nicht primär mit Nvidia beim Training großer Modelle konkurriert, sondern bei der Geschwindigkeit der Modellausführung (Inferenz) Vorteile beansprucht. Der Weg an die Börse zog sich über mehrere Jahre: Nach einer ersten Antragstellung im September 2024 verzögerte sich der Börsengang wiederholt, ehe Cerebras ihn im Mai 2026 abschloss.

Werdegang

Feldman wuchs in Palo Alto, Kalifornien, auf; seine Eltern waren Stanford-Professoren, die in den 1960er-Jahren zur Promotion nach Kalifornien gezogen waren. Er erwarb 1991 einen Bachelorabschluss in Volkswirtschaft und Politikwissenschaft an der Stanford University sowie 1997 einen MBA an der Stanford Graduate School of Business.

2007 gründete Feldman gemeinsam mit Gary Lauterbach das Unternehmen SeaMicro, das energieeffiziente Serversysteme entwickelte, und übernahm dort die Rolle des CEO. Im Februar 2012 kündigte AMD die Übernahme von SeaMicro für rund 334 Millionen US-Dollar an, davon etwa 281 Millionen in bar (AMD 2012).

2015 gründete Feldman zusammen mit Gary Lauterbach, Michael James, Sean Lie und Jean-Philippe Fricker – teils ehemaligen SeaMicro-Kollegen – Cerebras Systems. Die Gründer sahen in Grafikprozessoren nicht die optimale Chiparchitektur für die anspruchsvollsten Rechenprozesse des maschinellen Lernens und entwickelten stattdessen das Konzept der Wafer-Scale-Integration. Im August 2019 stellte Cerebras mit dem WSE-1 die erste Generation dieses Chips vor, gefertigt im 16-Nanometer-Verfahren.

Die Wafer-Scale-Engine-Architektur

Herkömmliche Prozessoren entstehen, indem aus einem runden Siliziumwafer viele einzelne, rechteckige Chips herausgeschnitten werden. Cerebras verzichtet auf diesen Schnitt: Der Wafer-Scale-Engine-Chip nutzt annähernd die gesamte Fläche eines Wafers als einen einzigen, zusammenhängenden Prozessor. Die aktuelle Generation WSE-3 misst rund 215 Millimeter Kantenlänge und gilt nach Unternehmensangaben als größtes je gebautes KI-Halbleiterbauteil.

Der Architekturvorteil liegt darin, dass Rechenkerne auf einem Wafer über extrem kurze, schnelle Verbindungen kommunizieren, statt wie bei GPU-Clustern über vergleichsweise langsame Verbindungen zwischen einzelnen Chips und Servern. Dem stehen praktische Nachteile gegenüber: Größe, Fertigungskomplexität, ein Energiebedarf von rund 25 Kilowatt je Einheit und ein Preis von bis zu drei Millionen US-Dollar pro Knoten schränken den Einsatz auf spezialisierte Anwendungsfälle ein.

Cerebras positioniert seine Chips daher weniger als direkten Ersatz für Nvidias Trainingsinfrastruktur, sondern vor allem für die Inferenz – die Ausführung bereits trainierter Modelle, bei der Antwortgeschwindigkeit den Ausschlag gibt. Im August 2024 bewarb das Unternehmen seinen Inferenzdienst mit einer laut eigenen Angaben zehn- bis zwanzigfachen Geschwindigkeit gegenüber Systemen auf Basis von Nvidias H100-Chips; bei Tests mit dem Modell Llama 4 im Mai 2025 erreichte Cerebras nach eigenen Angaben über 2.500 Token pro Sekunde und Nutzer gegenüber rund 1.000 bei Nvidias Blackwell-Generation (Cerebras Systems 2025).

Finanzierung und Börsengang

Cerebras finanzierte sich über mehrere Runden privaten Kapitals, bevor das Unternehmen an die Börse ging: Eine Series A brachte im Mai 2016 27 Millionen US-Dollar, eine Series D im November 2018 88 Millionen Dollar und den Status eines Einhorns (Cerebras Systems 2025). Im November 2019 folgten 270 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 2,4 Milliarden Dollar (Series E, Cerebras Systems 2025), im November 2021 250 Millionen Dollar bei über vier Milliarden Dollar Bewertung (Series F). Im September 2025 kamen 1,1 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 8,1 Milliarden Dollar hinzu (Series G, Cerebras Systems 2025).

Cerebras reichte im September 2024 einen Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht ein. Der Prozess zog sich in der Folge über anderthalb Jahre hin. Presseberichte aus dieser Zeit brachten die Verzögerung mit einer Prüfung der Investitionsbeteiligung des mit den Vereinigten Arabischen Emiraten verbundenen Konzerns G42 durch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) in Verbindung; G42 wurde 2023 mit einem Kauf über rund 100 Millionen US-Dollar für Cerebras-Supercomputer zum bedeutenden Kunden des Unternehmens (Cerebras Systems 2025). Ob diese CFIUS-Prüfung oder die von Cerebras selbst später genannte regulatorische Sorge um die hohe Umsatzkonzentration auf den einzelnen Kunden G42 die eigentliche Ursache der Verzögerung war, lässt sich aus den verfügbaren Quellen nicht zweifelsfrei trennen – beide Erklärungen kursierten parallel. Cerebras zog den Börsenantrag jedenfalls Ende 2025 zunächst zurück, reichte ihn anschließend erneut ein und bepreiste die Aktien am 13. Mai 2026 mit 185 US-Dollar; der Handel begann am 14. Mai 2026 auf dem Nasdaq unter dem Tickersymbol CBRS. Das Emissionsvolumen von 5,55 Milliarden Dollar (Bloomberg 2026) zählte laut Marktbeobachtern zu den größten US-Technologie-Börsengängen seit 2019.

Kontroversen und Kritik

Cerebras’ geschäftliche Abhängigkeit von einzelnen Großkunden war wiederholt Gegenstand kritischer Berichterstattung: G42 stand für einen erheblichen Anteil der Umsätze des Unternehmens, was Anleger und Regulierungsbehörden mit Blick auf Konzentrationsrisiken beschäftigte. Die geopolitische Dimension der G42-Beteiligung – ein Investor mit Sitz in Abu Dhabi an einem US-Hersteller strategisch bedeutsamer KI-Chips – reiht sich in eine breitere Debatte über ausländische Investitionen in der amerikanischen KI-Lieferkette ein, wie sie in vergleichbarer Form auch Nvidia im Zusammenhang mit US-Exportkontrollen gegenüber China begleitet.

Verwandte Begriffe

Quellenangaben

  1. AMD Investor Relations, 29. Februar 2012: „AMD to Acquire SeaMicro: Accelerates Disruptive Server Strategy”. https://ir.amd.com/news-events/press-releases/detail/252/amd-to-acquire-seamicro-accelerates-disruptive-server-strategy
  2. Forbes, 29. Februar 2012: „In Jab At Intel, Advanced Micro Agrees To Buy SeaMicro For $334 Million”. https://www.forbes.com/sites/briancaulfield/2012/02/29/n-jab-at-intel-advanced-micro-agrees-to-buy-seamicro-for-334-million/
  3. Cerebras Systems, Pressemitteilung, 30. September 2025: „Cerebras Systems Raises $1.1 Billion Series G at $8.1 Billion Valuation”. https://www.cerebras.ai/press-release/series-g
  4. Bloomberg, 13. Mai 2026: „AI Chipmaker Cerebras Raises $5.55 Billion in Year’s Biggest IPO”. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-05-13/ai-chipmaker-cerebras-said-poised-to-price-ipo-at-185-per-share
  5. CNBC, 13. Mai 2026: „Cerebras prices IPO above expected range, as Wall Street braces for AI tsunami”. https://www.cnbc.com/2026/05/13/cerebras-prices-ipo-above-expected-range-wall-street-expects-ai-flood.html
  6. Wikipedia (englisch): „Andrew Feldman (businessman)“, Stand 2026 (nur für nicht anderweitig belegte biografische Details, nicht als Einzelnachweis für Zahlenangaben). https://en.wikipedia.org/wiki/Andrew_Feldman_(businessman)

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