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Aravind Srinivas

Aravind Srinivas (* 7. Juni 1994 in Chennai, Indien) ist ein indischer Informatiker und Unternehmer. Er ist Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von Perplexity, das er seit der Gründung im August 2022 leitet und mit dem er die KI-gestützte Antwortmaschine als eigenständige Kategorie neben der klassischen Websuche etablierte.

Zusammenfassung

Srinivas’ Werdegang verläuft von einem Elektrotechnik-Studium am Indian Institute of Technology Madras über eine Promotion an der University of California, Berkeley, zu Forschungsstationen bei OpenAI und DeepMind und schließlich zur Gründung von Perplexity im August 2022. Der Dienst positionierte sich von Beginn an als Alternative zur klassischen Suchmaschine: statt einer Liste von Links liefert er direkte, quellenbelegte Antworten.

Unter Srinivas wuchs Perplexity rasch über mehrere Finanzierungsrunden, von einer Bewertung um eine Milliarde US-Dollar Anfang 2024 auf rund 20 Milliarden US-Dollar im September 2025 (PYMNTS 2025); Anfang 2026 kursierten Berichte über eine weitere Aufstockung auf über 22 Milliarden US-Dollar (ValueAddVC 2026). Srinivas selbst wurde im Oktober 2025 Berichten zufolge Indiens jüngster Milliardär.

Srinivas positionierte Perplexity 2025 zugleich mit zwei öffentlichkeitswirksamen, letztlich erfolglosen Übernahmeangeboten: einem Gebot für TikToks US-Geschäft im Januar 2025 und einem unaufgefordert an Google gerichteten Angebot über 34,5 Milliarden US-Dollar für den Chrome-Browser im August 2025 (Al Jazeera 2025). Mit dem im Juli 2025 gestarteten und im Oktober 2025 kostenlos verfügbar gemachten Browser Comet erweiterte er das Produktangebot über die reine Suchanfrage hinaus. Parallel sieht sich Perplexity unter Srinivas’ Führung mit einer wachsenden Zahl von Urheberrechtsklagen großer Medienunternehmen konfrontiert.

Werdegang

Srinivas wurde 1994 in Chennai geboren und absolvierte am Indian Institute of Technology (IIT) Madras einen Bachelor- und einen Masterabschluss (B.Tech/M.Tech) in Elektrotechnik. Anschließend wechselte er in die USA und promovierte an der University of California, Berkeley, in Informatik; die Promotion schloss er 2021 ab. Während seines Studiums arbeitete er an Themen wie Policy-Gradient-Reinforcement-Learning, kontrastivem Repräsentationslernen und Vision Transformers.

Bereits 2018 absolvierte Srinivas ein erstes Praktikum bei OpenAI, 2019 folgte eines bei DeepMind, 2020/2021 arbeitete er bei Google. Nach Abschluss der Promotion kehrte er 2021 als Research Scientist zu OpenAI zurück, wo er unter anderem an der Bildgenerierung DALL-E 2 mitwirkte, bevor er das Unternehmen 2022 verließ, um Perplexity zu gründen.

Im August 2022 gründete Srinivas gemeinsam mit Denis Yarats, Johnny Ho und Andy Konwinski das Unternehmen Perplexity AI. Der Dienst ging am 7. Dezember 2022 – eine Woche nach ChatGPT – ohne Anmeldung oder Warteliste live. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich Perplexity zu einer der bekanntesten eigenständigen KI-Suchmaschinen, mit Srinivas als öffentlichem Gesicht des Unternehmens in Interviews, Podcasts und auf Konferenzbühnen.

Wachstum, Bewertung und gescheiterte Übernahmegebote

Perplexity finanzierte sein Wachstum über eine Serie großer Finanzierungsrunden: von rund einer Milliarde US-Dollar Bewertung im April 2024 über neun Milliarden US-Dollar im Dezember 2024 (Bloomberg 2024) bis zu 18 Milliarden US-Dollar im Juli 2025 (Bloomberg 2025) und rund 20 Milliarden US-Dollar in der im September 2025 abgeschlossenen Runde (PYMNTS 2025). Berichte von Anfang 2026 nannten eine weitere Bewertung von etwa 22,6 Milliarden US-Dollar (ValueAddVC 2026); ob diese Zahl einer tatsächlich abgeschlossenen, gepreisten Finanzierungsrunde entspricht oder eine vorläufige Verhandlungsgröße war, ist unter den verfügbaren Quellen nicht eindeutig geklärt. Srinivas selbst nannte 2028 als Zielmarke für einen möglichen Börsengang.

Im Januar 2025 legte Perplexity unter Srinivas’ Führung ein Gebot für die US-Sparte von TikTok vor: Die Struktur sah eine neue Holdinggesellschaft vor, in der Perplexity und TikTok US zusammengeführt werden sollten, mit einer bis zu 50-prozentigen Beteiligung der US-Regierung nach einem künftigen Börsengang. ByteDance, die chinesische Muttergesellschaft von TikTok, hatte einen Verkauf zu diesem Zeitpunkt öffentlich ausgeschlossen; ein Zuschlag für Perplexity kam nicht zustande.

Im August 2025 folgte ein weiteres, unaufgefordertes Gebot: Vor dem Hintergrund eines Kartellverfahrens, in dem ein US-Bundesgericht Google eine illegale Monopolstellung in der Websuche attestiert hatte und über mögliche Abhilfemaßnahmen einschließlich einer Abspaltung des Chrome-Browsers verhandelte, bot Perplexity Google 34,5 Milliarden US-Dollar (TechCrunch 2025) – mehr, als das Unternehmen selbst bis dahin an Kapital eingesammelt hatte – für die Übernahme von Chrome. Das Angebot sah vor, das quelloffene Chromium-Projekt fortzuführen und mit drei Milliarden US-Dollar zusätzlich zu unterstützen sowie Google als Standardsuchmaschine in Chrome zu belassen. Auch dieses Gebot führte nicht zu einer Übernahme; das Kartellverfahren gegen Google verlief zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe noch offen.

Comet-Browser und Haltung zu KI-Suche versus klassischem SEO

Im Juli 2025 stellte Perplexity mit Comet einen eigenen, auf Chromium basierenden Browser vor, der KI-gestützte Recherche direkt in die Browser-Oberfläche integriert – zunächst exklusiv für Abonnent:innen des 200 US-Dollar teuren Max-Plans. Ab Oktober 2025 machte das Unternehmen Comet weltweit kostenlos verfügbar.

Srinivas äußerte sich wiederholt öffentlich zur Zukunft klassischer Suchmaschinenoptimierung und vertrat die Position, dass KI-gestützte Antwortmaschinen den Traffic vor allem kleinerer Websites schmälern würden, während große, bereits bekannte Marken ihren direkten, organischen Traffic eher behaupten könnten. Wer Suchmaschinenoptimierung primär zur Traffic-Erschleichung einsetze, werde es unter KI-Suchsystemen schwerer haben, so Srinivas. Als Reaktion auf die Kritik von Verlagen führte Perplexity ein „Publishers Program” ein, das Erlöse mit Medienunternehmen teilt, deren Inhalte in Antworten zitiert werden.

Kontroversen und Kritik

Perplexity sieht sich unter Srinivas’ Führung seit 2024 mit einer wachsenden Zahl von Urheberrechtsklagen konfrontiert. Forbes kritisierte im Juni 2024 unzureichende Zuschreibung übernommener Inhalte; im selben Monat reichten Dow Jones und die New York Post – beide Teil von News Corp – Klage wegen Urheberrechtsverletzung und angeblich erfundener Zitate ein. Die New York Times sprach im Oktober 2024 eine Unterlassungsaufforderung aus, 2025 und 2026 folgten weitere Klagen unter anderem von der BBC, von Reddit, von CNN sowie von japanischen Zeitungen. Bis Mitte 2026 war nach verfügbaren Quellen in keinem dieser Verfahren ein Vergleich erzielt worden; parallel schloss Perplexity mit einzelnen Verlagen wie Gannett, Time und Le Monde reguläre Lizenzvereinbarungen ab. Ob und wann sich dieses bifurkierte Bild – Klagen einerseits, Lizenzdeals andererseits – zu einer einheitlichen Linie der Branche gegenüber Perplexity verdichtet, ist offen.

Im August 2025 veröffentlichte Cloudflare eine Untersuchung, wonach Perplexity mit verdeckt operierenden Crawlern arbeite, die technische Sperrmaßnahmen von Websites gezielt umgingen – ein Vorwurf, den das Unternehmen bestrich, während es zugleich erklärte, den robots.txt-Standard grundsätzlich zu respektieren. Kritiker:innen werten das im August 2025 an Google gerichtete Chrome-Gebot zudem als strategisch kalkulierten Vorstoß, der von der ohnehin laufenden kartellrechtlichen Auseinandersetzung profitieren sollte, ohne dass eine realistische Finanzierungsgrundlage für eine tatsächliche Übernahme in dieser Größenordnung öffentlich belegt war; Perplexity erklärte dagegen, mehrere Risikokapitalgeber hätten eine vollständige Finanzierung der Transaktion zugesagt. Welche dieser Einschätzungen zutrifft, lässt sich anhand der öffentlich verfügbaren Quellen nicht abschließend klären.

Verwandte Begriffe

Quellenangaben

  1. Bloomberg, 17. Juli 2025: „Aravind Srinivas’ Startup Perplexity AI Valued at $18 Billion With New Funding”. https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-07-17/ai-startup-perplexity-valued-at-18-billion-with-new-funding
  2. TechCrunch, 18. Januar 2025: „Perplexity AI submits bid to merge with TikTok”. https://techcrunch.com/2025/01/18/perplexity-ai-submits-bid-to-merge-with-tiktok
  3. TechCrunch, 12. August 2025: „Perplexity offers to buy Chrome for billions more than its raised”. https://techcrunch.com/2025/08/12/perplexity-offers-to-buy-chrome-for-billions-more-than-its-raised
  4. Al Jazeera, 12. August 2025: „Perplexity AI makes unsolicited $34.5bn bid to buy Google Chrome”. https://www.aljazeera.com/economy/2025/8/12/perplexity-ai-makes-unsolicited-34-5bn-bid-to-buy-google-chrome
  5. CNBC, 2. Oktober 2025: „Perplexity AI rolls out Comet browser for free worldwide”. https://www.cnbc.com/2025/10/02/perplexity-ai-comet-browser-free-.html
  6. InfoQ, Juli 2025: „Perplexity Launches Comet: a Browser Designed around AI-Assisted Interaction”. https://www.infoq.com/news/2025/07/perplexity-comet/
  7. Bloomberg, 18. Dezember 2024: „AI Startup Perplexity Closes Funding Round at $9 Billion Value”. https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-12-18/ai-startup-perplexity-closes-funding-round-at-9-billion-value
  8. officechai, 2025: „AI Will Make SEO Harder For Smaller Publishers: Perplexity CEO Aravind Srinivas”. https://officechai.com/ai/ai-will-make-seo-harder-for-smaller-publishers-perplexity-ceo-aravind-srinivas/
  9. Digiday: „Perplexity faces new legal pressure even as it attempts to win over publishers and advertisers”. https://digiday.com/media/perplexity-faces-new-legal-pressure-even-as-it-attempts-to-win-over-publishers-and-advertisers/
  10. Press Gazette: „Who’s suing AI and who’s signing: Perplexity’s motion to dismiss vs Reddit rejected, News Corp sues Brave”. https://pressgazette.co.uk/platforms/news-publisher-ai-deals-lawsuits-openai-google/
  11. Forbes: „Aravind Srinivas” (Vermögensprofil). https://www.forbes.com/profile/aravind-srinivas/
  12. PYMNTS, 10. September 2025: „Perplexity Valuation Hits $20 Billion Following New Funding Round”. https://www.pymnts.com/artificial-intelligence-2/2025/perplexity-valuation-hits-20-billion-following-new-funding-round/
  13. ValueAddVC, 2026: „Perplexity AI: From $121M to $23B in 30 Months”. https://valueaddvc.com/blog/perplexity-ai-valuation-revenue-2026-23b-450m-arr

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