Mark Elliot Zuckerberg (* 14. Mai 1984 in White Plains, New York) ist ein US-amerikanischer Unternehmer, Mitgründer von Facebook und Vorstandsvorsitzender von Meta Platforms. Nach zwei Jahrzehnten als Chef eines Social-Media-Konzerns richtete er das Unternehmen ab 2024/2025 auf den Aufbau sogenannter Superintelligenz aus.
Er gründete die Meta Superintelligence Labs und warb mit milliardenschweren Vertragssummen Forscher:innen von OpenAI, Google DeepMind und Anthropic ab.
Zugleich positionierte er Metas Llama-Modellreihe als Gegenentwurf zu den geschlossenen Systemen der Konkurrenz.
Zusammenfassung
Zuckerberg gründete Facebook 2004 als Harvard-Student und baute es zum weltgrößten sozialen Netzwerk aus; 2021 benannte er den Mutterkonzern in Meta Platforms um und rückte damit den Anspruch auf das „Metaverse“ in den Vordergrund. Mit dem KI-Boom nach der Veröffentlichung von ChatGPT verlagerte sich der Schwerpunkt des Unternehmens ab 2023 zunehmend auf große Sprachmodelle.
Zentrales Instrument dieser Strategie wurde die offen zugängliche Llama-Modellreihe, mit der Meta sich gegen die geschlossene Modellpolitik von OpenAI und Google positionierte. Im Juni 2025 investierte Meta 14,3 Milliarden US-Dollar in das Datenannotations-Unternehmen Scale AI (TechCrunch 2025).
Im Zuge dieser Transaktion holte das Unternehmen dessen Gründer Alexandr Wang als Chief AI Officer und gründete gleichzeitig die Meta Superintelligence Labs (MSL). Zuckerberg warb reihenweise Forscher:innen von Konkurrenzlabors mit Vertragspaketen im hohen zweistelligen bis dreistelligen Millionenbereich ab.
Die Umsetzung verlief holprig: Im Oktober 2025 entließ Meta rund 600 Beschäftigte aus älteren KI-Teams, während die neu angeworbene Kerngruppe verschont blieb. Im April 2026 brach Meta erstmals mit der eigenen Open-Source-Doktrin und veröffentlichte mit „Muse Spark“ ein rein proprietäres Modell, dessen Gewichte nicht offengelegt wurden.
Parallel dazu weitete Meta seine Investitionen in Rechenzentren massiv aus, geriet wegen des Trainings von Llama auf urheberrechtlich geschütztem Material in mehrere Gerichtsverfahren und sah sich Sicherheitsbedenken gegenüber frei verfügbaren Modellgewichten ausgesetzt.
Werdegang
Zuckerberg wurde 1984 als Sohn eines Zahnarztes und einer Psychiaterin in White Plains, New York, geboren und wuchs in Dobbs Ferry auf. Bereits als Kind programmierte er eigene Software, unter anderem ein häusliches Nachrichtensystem. Nach der Privatschule Phillips Exeter Academy schrieb er sich 2002 an der Harvard University ein.
Dort entwickelte er zunächst Facemash, eine umstrittene Website zum Vergleich von Studierendenfotos, bevor er im Februar 2004 gemeinsam mit den Kommilitonen Dustin Moskovitz, Chris Hughes und Eduardo Saverin „TheFacebook“ startete. Noch im selben Jahr brach er sein Studium ab und verlegte das Unternehmen nach Palo Alto, Kalifornien.
Bis Ende 2004 erreichte die Plattform eine Million Nutzer:innen; 2008 wurde Zuckerberg im Alter von 23 Jahren zum jüngsten selbstgemachten Milliardär der Welt.
Unter seiner Führung expandierte Facebook über Zukäufe wie Instagram (2012) und WhatsApp (2014) zu einem der größten Technologiekonzerne der Welt. 2021 benannte Zuckerberg den Mutterkonzern in Meta Platforms um und erklärte den Aufbau eines „Metaverse” zur strategischen Priorität.
Diese Wette zog milliardenschwere Verluste in der Reality-Labs-Sparte nach sich und wurde von Analyst:innen zunehmend kritisch bewertet. Ab 2023 verschob das Unternehmen seinen Fokus auf generative KI.
Metas KI-Strategie: Llama und der Open-Source-Anspruch
Meta betreibt mit FAIR (Fundamental AI Research) seit 2013 eine eigene KI-Grundlagenforschung. Ab Februar 2023 veröffentlichte das Unternehmen mit Llama eine Reihe großer Sprachmodelle, deren Modellgewichte – anders als bei den geschlossenen Systemen von OpenAI, Google und Anthropic – für Forschung und in weiten Teilen auch kommerzielle Nutzung frei zugänglich sind.
Zuckerberg begründete diese Strategie wiederholt öffentlich: Offene Modelle demokratisierten den Zugang zu KI-Technologie und verhinderten eine Konzentration der Macht bei wenigen Konzernen. Langfristig sei dies die einzige Möglichkeit, mit chinesischen Open-Source-Modellen wie DeepSeek und Moonshot Schritt zu halten, ohne ihnen das Feld zu überlassen.
Im April 2026 veröffentlichte Meta mit „Muse Spark” erstmals ein proprietäres Modell, dessen Gewichte nicht offengelegt wurden und das ausschließlich über Metas eigene Produkte und API zugänglich war. Nach eigener Darstellung sollte diese Einschränkung Nachbauten durch Konkurrenten erschweren und die mit offenen Gewichten verbundenen Sicherheitsrisiken begrenzen – weil einmal veröffentlichte Modellgewichte nicht zurückgerufen werden können.
Beobachter werteten den Schritt als Bruch mit Zuckerbergs mehrjährig wiederholtem öffentlichem Bekenntnis zu durchgängig offenen Modellen.
Meta Superintelligence Labs und der Wettlauf um Forschungstalente
Am 30. Juni 2025 kündigte Zuckerberg in einem internen Memo die Gründung der Meta Superintelligence Labs (MSL) an. Diese sollte Metas bisherige KI-Teams – darunter FAIR, die Produktentwicklung und die Llama-Grundlagenforschung – unter einer Führung bündeln. Grundlage war eine rund 14,3 Milliarden US-Dollar schwere Beteiligung an Scale AI, einem auf Trainingsdatenannotation spezialisierten Unternehmen (TechCrunch 2025).
Im Zuge dieser Transaktion wechselte dessen Gründer Alexandr Wang zu Meta und übernahm als Chief AI Officer die Leitung der MSL. Zuckerberg bezeichnete Wang öffentlich als „den beeindruckendsten Gründer seiner Generation”. Mit Wang kamen weitere prominente Neuzugänge, darunter der frühere GitHub-Chef Nat Friedman und Daniel Gross, vormals Mitgründer von Ilya Sutskevers Safe Superintelligence.
Um weitere Spitzenforscher:innen von OpenAI, Google DeepMind und Anthropic abzuwerben, bot Meta Presseberichten zufolge Vertragspakete im Umfang von teils mehreren hundert Millionen US-Dollar über mehrere Jahre an. Doch die Strategie zeigte rasch Reibungsverluste.
Im Oktober 2025 entließ Meta rund 600 Beschäftigte aus älteren KI-Einheiten, darunter Teile von FAIR sowie Produkt- und Infrastrukturteams. Die neu formierte TBD-Lab-Gruppe um Wang blieb von den Kürzungen ausgenommen.
Berichte aus dem Jahr 2026 beschrieben zudem wachsende Spannungen zwischen Zuckerberg und Wang über Ausrichtung und Tempo der Forschung. Der Druck stieg, aus den milliardenschweren Investitionen ein am Markt konkurrenzfähiges Modell hervorzubringen.
Investitionen in Rechenzentren und Rechenleistung
Parallel zur Personalstrategie weitete Meta seine Investitionen in Recheninfrastruktur drastisch aus. Für 2025 hob das Unternehmen seine Investitionsausgaben auf 64 bis 72 Milliarden US-Dollar an (Fortune 2025). Für 2026 nannte Zuckerberg eine Spanne von 115 bis 135 Milliarden US-Dollar (Data Center Dynamics, Januar 2026).
Er kündigte mehrere Mehrgigawatt-Rechenzentrumscluster an, darunter „Prometheus” mit rund einem Gigawatt Leistung sowie „Hyperion” in Louisiana, das auf bis zu fünf Gigawatt skaliert werden soll. Die Flächenausdehnung des Louisiana-Clusters verglich Zuckerberg mit einem Großteil der Insel Manhattan. Teile der Bauarbeiten ließ Meta zwischenzeitlich in Zelten errichten, um mit dem selbst gesetzten Expansionstempo Schritt zu halten.
Kontroversen und Kritik
Metas Praxis, Llama-Modelle unter anderem mit Büchern aus sogenannten Schattenbibliotheken zu trainieren, führte zu mehreren Urheberrechtsklagen.
Im Juni 2025 wies US-Bundesrichter Vince Chhabria eine Sammelklage von 13 Autor:innen – darunter Sarah Silverman und Ta-Nehisi Coates – ab. Die Kläger:innen hatten keinen ausreichenden Nachweis eines Marktschadens erbracht. Der Richter stellte jedoch ausdrücklich klar, dass diese Entscheidung Metas Vorgehen nicht für rechtmäßig erkläre. Sie betreffe nur die konkrete Beweisführung der Kläger:innen.
2026 reichten zudem große Verlagshäuser eine eigene Klage gegen Meta wegen des Trainings von Llama auf urheberrechtlich geschütztem Verlagsmaterial ein.
Die offene Veröffentlichung von Modellgewichten selbst geriet ebenfalls in die Kritik. Sicherheitsforscher:innen demonstrierten, dass sich in Llama eingebaute Schutzmechanismen gegen schädliche Nutzung mit frei verfügbaren Werkzeugen innerhalb weniger Minuten entfernen lassen.
Diese Schutzmechanismen sind technisch in den herunterladbaren Gewichten selbst verankert und können daher nicht mehr kontrolliert werden, sobald sie veröffentlicht sind. Kritiker:innen, darunter Initiativen, die vor „irreversibler Proliferation” potenziell gefährlicher KI-Systeme warnen, protestierten wiederholt gegen Metas Veröffentlichungspraxis.
Zugleich wurde Metas restriktive Lizenz für die kommerzielle Nutzung durch sehr große Unternehmen von der Open Source Initiative kritisiert. Die Kritik besagte, dass die Modelle trotz offener Gewichte nicht den anerkannten Kriterien echter Open-Source-Software genügten.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die milliardenschweren Anwerbungspakete selbst: Sie befeuerten eine branchenweite Gehaltsspirale um KI-Spitzenforscher:innen, die von Beobachter:innen als Fehlallokation von Kapital eingeordnet wurde. Das Unternehmen stand dabei im Widerspruch zu sich selbst: Im Oktober 2025 entließ Meta rund 600 Beschäftigte, während es gleichzeitig teuer neue Forscher:innen anwarb.
Mit einem geschätzten Vermögen von deutlich über 200 Milliarden US-Dollar zählte Zuckerberg 2026 laut Forbes und Bloomberg zu den sechs reichsten Menschen der Welt. Das Vermögen stammt fast vollständig aus seinem Meta-Aktienanteil von rund 13 Prozent (Bloomberg 2026).
Verwandte Begriffe
- Scale AI – das Unternehmen, dessen Übernahme Zuckerbergs KI-Strategie und den Wechsel Alexandr Wangs zu Meta auslöste
- Superintelligenz – der Zielbegriff, an dem Zuckerberg die Umbenennung seiner KI-Sparte ausrichtete
- Open-Source-LLM – die Modellkategorie, mit der Meta sich unter Zuckerberg positioniert und deren Grenzen es 2026 erstmals selbst durchbrach
- DeepSeek – der chinesische Konkurrent, gegen den Zuckerberg seine Open-Source-Strategie öffentlich verteidigte
- Urheberrecht – das Rechtsgebiet, in dem Metas Trainingspraxis mehrere Klagen ausgelöst hat
Quellenangaben
- CNBC, 30. Juni 2025: „Mark Zuckerberg announces creation of Meta Superintelligence Labs. Read the memo“. https://www.cnbc.com/2025/06/30/mark-zuckerberg-creating-meta-superintelligence-labs-read-the-memo.html
- TechCrunch, 10. Juni 2025: „Report: Meta taps Scale AI’s Alexandr Wang to join new superintelligence lab“. https://techcrunch.com/2025/06/10/report-meta-taps-scale-ais-alexandr-wang-to-join-new-superintelligence-lab
- CNBC, 22. Oktober 2025: „Meta lays off 600 from ‘bloated’ AI unit as Wang cements leadership“. https://www.cnbc.com/2025/10/22/meta-layoffs-ai.html
- CNBC, 14. Juni 2026: „A year after Meta tapped Alexandr Wang to build a new AI model, Zuckerberg has to sell it“. https://www.cnbc.com/2026/06/14/meta-hired-alexandr-wang-to-build-ai-its-zuckerbergs-job-to-sell-it.html
- The Register, 27. Juni 2025: „More trouble for authors as Meta wins Llama drama AI scraping case“. https://www.theregister.com/2025/06/27/meta_llama_author_lawsuit/
- Holland & Knight, Mai 2026: „Major Publishers Challenge AI Training Practices in Landmark Copyright Suit Against Meta“. https://www.hklaw.com/en/insights/publications/2026/05/major-publishers-challenge-ai-training-practices
- Data Center Dynamics, 18. Juni 2026: „Meta to invest ‘hundreds of billions of dollars into compute to build superintelligence,’ with several multi-GW data center clusters“. https://www.datacenterdynamics.com/en/news/meta-to-invest-hundreds-of-billions-of-dollars-into-compute-to-build-superintelligence-with-several-multi-gw-data-center-clusters/
- Tom’s Hardware: „Meta is building AI data centers in tents and isn’t slowing down – Zuckerberg reveals plans for ‘several multi-GW clusters,’ including one called Hyperion“. https://www.tomshardware.com/tech-industry/artificial-intelligence/meta-plans-multi-gw-data-center-thats-nearly-the-size-of-manhattan-zuckerberg-promises-enormous-ai-splash-as-company-uses-tents-to-try-and-keep-up-with-rate-of-expansion
- Fortune, 10. August 2026: „Mark Zuckerberg makes his case for American open-source AI over Chinese rivals“. https://fortune.com/2026/08/10/meta-brandishes-open-source-ai-models-again-as-zuckerberg-media-blitz-emphasizes-battle-against-chinese-rivals/
- Forbes, 2026: „Mark Zuckerberg“ (Vermögensprofil). https://www.forbes.com/profile/mark-zuckerberg/
- Library of Congress, o. J. Normdatensatz n2009022154. id.loc.gov/authorities/names/n2009022154 (Belegt Geburtsdatum 14. Mai 1984, White Plains, New York; Quellenvermerk „Mark Zuckerberg, Facebook creator, [2009]: ECIP title page … born May 14, 1984, White Plains, N.Y.“)
- Fortune, 30. April 2025: „Meta raised the high end of its AI capex to $72 billion, up from $65 billion three months ago“. https://fortune.com/article/meta-q1-earnings-revenue-profit-beat-ai-capex-raise/
- Data Center Dynamics, 28. Januar 2026: „Meta estimates 2026 capex to be between $115-135bn, as data center spend grows“. https://www.datacenterdynamics.com/en/news/meta-estimates-2026-capex-to-be-between-115-135bn/
- Bloomberg Billionaires Index, 2026: „Mark Zuckerberg“ (Vermögensprofil). https://www.bloomberg.com/billionaires/profiles/mark-e-zuckerberg/