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Masayoshi Son

Masayoshi Son (japanisch 孫正義, Son Masayoshi; * 11. August 1957 in Tosu, Präfektur Saga, Japan) ist ein japanischer Unternehmer koreanischer Abstammung (Zainichi-Koreaner) und Gründer, Chairman und CEO der SoftBank Group. Nach Jahrzehnten als Telekommunikations- und Internetinvestor – bekannt vor allem durch die frühe Beteiligung an Alibaba im Jahr 2000 – positioniert Son SoftBank seit 2024/2025 als einen der größten Einzelkapitalgeber der globalen KI-Infrastruktur: milliardenschwere Investitionen in OpenAI, die Führungsrolle im „Stargate”-Rechenzentrumsprojekt und die Übernahme des Chipdesigners Ampere Computing.

Zusammenfassung

Son gründete SoftBank 1981 als Softwarevertrieb und baute das Unternehmen über Telekommunikation, Internetbeteiligungen und den 2017 aufgelegten Vision Fund zu einem der größten Technologieinvestoren der Welt aus. Prägend für seinen Ruf waren zwei gegensätzliche Erfahrungen: der Absturz seines Papiervermögens um rund 70 Milliarden US-Dollar beim Platzen der Dotcom-Blase 2000 sowie im selben Jahr eine 20-Millionen-Dollar-Frühinvestition in Alibaba, die später einen Wert von bis zu 150 Milliarden US-Dollar erreichte (SoftBank Group 2025).

Seit 2025 richtet Son SoftBank konsequent auf KI-Infrastruktur aus. Das Unternehmen führte im März 2025 eine 40-Milliarden-Dollar-Finanzierungsrunde bei OpenAI zu einer Bewertung von 300 Milliarden US-Dollar an, übernahm im November 2025 den Chipdesigner Ampere Computing für 6,5 Milliarden US-Dollar und trägt als Finanzierungspartner das im Januar 2025 angekündigte „Stargate”-Rechenzentrumsprojekt mit OpenAI und Oracle mit. Son bezeichnet dabei „Artificial Super Intelligence” (ASI) – eine KI, die den Menschen um ein Vielfaches übertrifft – als erklärtes strategisches Ziel SoftBanks.

Finanziert wird diese Strategie teils durch den Verkauf von Kernbeteiligungen, darunter im November 2025 der vollständige Verkauf von SoftBanks Nvidia-Aktienanteil für 5,83 Milliarden US-Dollar (CNBC 2025). Analysten und Investoren verweisen dabei wiederholt auf SoftBanks Vorgeschichte mit fremdfinanzierten Fehlwetten, allen voran das gescheiterte WeWork-Investment mit kumulierten Verlusten von rund 14,4 Milliarden US-Dollar (CNBC 2020).

Werdegang

Son wurde 1957 als Sohn einer Zainichi-koreanischen Familie in Tosu auf der japanischen Insel Kyūshū geboren; Zainichi-Koreaner sind ethnische Koreaner mit Wohnsitz in Japan, die historisch mit rechtlicher und sozialer Diskriminierung konfrontiert waren. Als Teenager zog Son in die USA, besuchte dort die High School und studierte Wirtschaftswissenschaften an der University of California, Berkeley. 1981 gründete er in Japan SoftBank zunächst als Vertriebsunternehmen für Software und Fachverlag für Computerzeitschriften.

In den folgenden Jahrzehnten baute Son SoftBank über Beteiligungen an Telekommunikationsanbietern (darunter der japanische Mobilfunkanbieter SoftBank Mobile und ab 2013 Sprint in den USA) sowie an Technologieunternehmen zu einem diversifizierten Investmentkonzern aus. Im Jahr 2000 investierte Son 20 Millionen US-Dollar in das damals junge chinesische E-Commerce-Unternehmen Alibaba (SoftBank Geschäftsbericht 2025) – eine Wette, die zu einer der profitabelsten Frühinvestitionen der Technologiegeschichte wurde. Im selben Jahr erreichte Sons persönliches Papiervermögen durch den Höhenflug der Dotcom-Blase kurzzeitig rund 76 bis 78 Milliarden US-Dollar, womit er zeitweise als reichster Mensch der Welt galt; binnen sechs Monaten verlor er davon rund 70 Milliarden US-Dollar, als die SoftBank-Aktie um etwa 99 Prozent einbrach (CNBC 2019).

2017 legte Son mit dem SoftBank Vision Fund einen der größten Technologie-Investmentfonds der Welt auf, finanziert unter anderem durch den saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund. Der Fonds investierte breit in Start-ups, geriet jedoch durch mehrere Fehlschläge – allen voran das Investment in WeWork – in die Kritik. SoftBank und der Vision Fund verzeichneten im Zusammenhang mit WeWork kumulierte Verluste von schätzungsweise 14,4 Milliarden US-Dollar, darunter Abschreibungen von 4,6 Milliarden US-Dollar im November 2019 und weiteren 6,6 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr bis März 2020 (CNBC 2020), nachdem der geplante Börsengang von WeWork 2019 gescheitert war und SoftBank ein Rettungspaket von 9,5 Milliarden US-Dollar zusagen musste (CNBC 2019).

OpenAI-Investment und Stargate

Ab 2024/2025 verschob Son den strategischen Schwerpunkt SoftBanks vollständig auf KI-Infrastruktur. Im März 2025 führte SoftBank eine Finanzierungsrunde bei OpenAI über 40 Milliarden US-Dollar an, bei einer Unternehmensbewertung von 300 Milliarden US-Dollar – eine der größten privaten Finanzierungsrunden der Technologiegeschichte. Die Zusage wurde in Tranchen ausgezahlt: rund 10 Milliarden US-Dollar Mitte April 2025, die verbleibenden rund 30 Milliarden US-Dollar folgten bis Ende Dezember 2025, davon eine letzte Tranche von 22 bis 22,5 Milliarden US-Dollar (CNBC 2025).

Am 22. Januar 2025 kündigte SoftBank gemeinsam mit OpenAI, Oracle und dem Investmentvehikel MGX das Projekt „Stargate” an: ein auf vier Jahre angelegtes Rechenzentrumsprogramm mit einem geplanten Gesamtvolumen von bis zu 500 Milliarden US-Dollar, von dem 100 Milliarden US-Dollar sofort bereitgestellt werden sollten. Son übernahm die Rolle des Chairman der Trägergesellschaft, SoftBank zeichnet für die Finanzierung verantwortlich, OpenAI für den Betrieb; weitere Technologiepartner sind Nvidia, Microsoft und Oracle. Im Verlauf von 2025 und 2026 kam es jedoch zu Verzögerungen: Berichten zufolge stritten die Projektpartner über die Kontrolle und das Eigentum der geplanten Rechenzentren, und OpenAI gelang es zunächst nicht, eigenständige Finanzierung für seinen Anteil zu sichern. Ende Juli 2025 einigten sich die Parteien auf ein Kompromissmodell, wonach OpenAI Design und Betrieb der Anlagen least beziehungsweise kontrolliert, während die von SoftBank gegründete Einheit SoftBank Energy die Infrastruktur entwickelt und besitzt. Das ursprünglich für Ende 2025 gesetzte Ziel von zehn Gigawatt zugesagter Rechenkapazität wurde nach verfügbaren Berichten verfehlt.

Ergänzend übernahm SoftBank im November 2025 den Halbleiter-Chipdesigner Ampere Computing für 6,5 Milliarden US-Dollar in bar (Bloomberg 2025); die Übernahme war bereits im März 2025 angekündigt und im November 2025 vollzogen worden, nachdem die bisherigen Eigentümer Carlyle Group und Oracle ihre Anteile verkauft hatten. Der Deal soll SoftBanks Position in der KI-Chip- und Rechenzentrumslieferkette stärken und ergänzt die 2016 erworbene Chipdesign-Tochter Arm.

ASI-Strategie und Finanzierungsdruck

Son bezeichnet „Artificial Super Intelligence” (ASI) – eine Ausprägung von Superintelligenz, also KI-Systemen, die menschliche Intelligenz in praktisch allen Bereichen um ein Vielfaches übertreffen – als das erklärte strategische Ziel SoftBanks; im Geschäftsbericht 2025 formuliert das Unternehmen den Anspruch, „weltweit führender ASI-Plattformanbieter” zu werden. Son selbst hatte ursprünglich einen Zeithorizont von rund zehn Jahren für das Erreichen von ASI genannt und KI-Systeme in Aussicht gestellt, die „10.000-mal intelligenter” seien als Menschen (CNBC 2026); diese Prognose revidierte er später auf einen deutlich kürzeren Zeitraum von rund zwei Jahren. Im Juni 2026 erklärte er öffentlich, KI entwerfe bereits das jeweils nächste OpenAI-Modell selbst – für ihn ein Zeichen, dass Superintelligenz näher rücke als gedacht.

Finanziert wird die aggressive Investitionsstrategie unter anderem durch den Verkauf bestehender Kernbeteiligungen. Im November 2025 verkaufte SoftBank seinen gesamten Aktienanteil an Nvidia – rund 32,1 Millionen Aktien – für 5,83 Milliarden US-Dollar, um Zusagen wie die OpenAI-Tranche und die Ampere-Übernahme zu bedienen. Die Ankündigung ließ die SoftBank-Aktie zeitweise um bis zu zehn Prozent einbrechen; Son sagte später öffentlich, er habe beim Verkauf des Nvidia-Anteils „geweint”, da er an das langfristige Potenzial des Chipherstellers glaube. Ratingagenturen bewerteten SoftBanks Verschuldung trotz der aggressiven KI-Investitionen zum Teil weiterhin positiv, gestützt vor allem durch die Kursentwicklung der Chipdesign-Tochter Arm.

Kontroversen und Kritik

Sons aktuelle KI-Wetten werden regelmäßig vor dem Hintergrund seiner Vorgeschichte mit fremdfinanzierten Fehlinvestitionen bewertet. Das gescheiterte WeWork-Investment – SoftBank und der Vision Fund verzeichneten dabei kumulierte Verluste von schätzungsweise 14,4 Milliarden US-Dollar (CNBC 2020) – gilt vielen Beobachtern als Warnsignal für Sons Neigung, auf einzelne, stark gehypte Wetten disproportional hohe Summen zu setzen. Son selbst räumte im Zusammenhang mit WeWork ein, es habe „ein Problem mit meinem eigenen Urteilsvermögen” gegeben. Auch der Zusammenbruch seines Vermögens während der Dotcom-Blase im Jahr 2000, als er rund 70 Milliarden US-Dollar Papiervermögen verlor (CNBC 2019), wird häufig als Kontrastfolie herangezogen – sowohl als Beleg für Sons Risikobereitschaft als auch für seine Fähigkeit, nach schweren Verlusten neue, letztlich erfolgreiche Wetten einzugehen.

Kritiker verweisen zudem auf die Struktur der aktuellen KI-Finanzierung: SoftBanks Engagement bei OpenAI, Stargate und Ampere stützt sich in erheblichem Umfang auf Fremdkapital und den Verkauf liquider Kernbeteiligungen wie des Nvidia-Anteils, statt auf laufende operative Erträge. Analysten warnen, dass ein Ausbleiben der von Son in Aussicht gestellten KI-Durchbrüche SoftBank in eine ähnliche Schieflage bringen könnte wie frühere Fehlinvestitionen – verschärft durch die Größenordnung der aktuellen Engagements, die die WeWork-Verluste um ein Vielfaches übersteigen. Die öffentlich gestreute ASI-Rhetorik Sons, mit teils widersprüchlichen Zeithorizonten, wird von Teilen der Branche zudem als Werbenarrativ eingeordnet, das eigene Investitionsentscheidungen rechtfertigen soll, statt als belastbare technische Prognose.

Verwandte Begriffe

Quellenangaben

  1. Bloomberg, 31. März 2025: „OpenAI Finalizes $40 Billion Funding at $300 Billion Valuation”. https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-03-31/openai-finalizes-40-billion-funding-at-300-billion-valuation
  2. OpenAI, offiziell: „March Funding Updates”. https://openai.com/index/march-funding-updates/
  3. CNBC, 30. Dezember 2025: „SoftBank completes $40 billion OpenAI investment”. https://www.cnbc.com/2025/12/30/softbank-openai-investment.html
  4. SoftBank Group, Presseerklärung, 22. Januar 2025: „The Stargate Project”. https://group.softbank/en/news/press/20250122
  5. OpenAI, offiziell: „Announcing the Stargate Project”. https://openai.com/index/announcing-the-stargate-project/
  6. The Decoder, 2025: „Stargate’s $500 billion AI infrastructure project reportedly stalls over unresolved disputes between OpenAI, Oracle, and SoftBank”. https://the-decoder.com/stargates-500-billion-ai-infrastructure-project-reportedly-stalls-over-unresolved-disputes-between-openai-oracle-and-softbank/
  7. SoftBank Group, Presseerklärung, 20. März 2025: „SoftBank Group to Acquire Ampere Computing”. https://group.softbank/en/news/press/20250320
  8. Bloomberg, 26. November 2025: „SoftBank Completes Acquisition of Chipmaker Ampere Computing”. https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-11-26/softbank-completes-acquisition-of-chipmaker-ampere-computing
  9. SoftBank Group, Geschäftsbericht 2025, Botschaft des Vorstandsvorsitzenden. https://group.softbank/en/ir/financials/annual_reports/2025/message/son
  10. CNBC, 5. Juni 2026: „SoftBank’s Masayoshi Son says OpenAI’s AI is designing its own next model, a sign of super intelligence”. https://www.cnbc.com/2026/06/05/softbank-masayoshi-son-openai-model-super-intelligence.html
  11. CNBC, 11. November 2025: „SoftBank sells its entire stake in Nvidia for $5.83 billion”. https://www.cnbc.com/2025/11/11/softbank-sells-its-entire-stake-in-nvidia-for-5point83-billion.html
  12. CNBC, 2. Dezember 2025: „SoftBank’s Masayoshi Son says he cried selling Nvidia stake to fund AI bet”. https://www.cnbc.com/2025/12/02/softbank-masayoshi-son-crying-nvidia-stake-ai-bet-artificial-intelligence-bubble-vision-fund.html
  13. CNBC, 6. November 2019: „SoftBank CEO says after WeWork there will be no rescue investments”. https://www.cnbc.com/2019/11/06/softbank-ceo-says-after-wework-there-will-be-no-rescue-investments.html
  14. CNBC, 30. April 2020: „SoftBank to write down WeWork by $6.6 billion, compounding portfolio misery”. https://www.cnbc.com/2020/04/30/softbank-to-write-down-wework-by-6point6-billion-compounding-portfolio-misery.html

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