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Midjourney

Midjourney ist ein von David Holz gegründetes Unternehmen und das gleichnamige Bildgenerierungssystem, das Bilder aus natürlichsprachlichen Textbeschreibungen erzeugt. Der Dienst ging am 12. Juli 2022 in die offene Beta und war lange Zeit ausschließlich über den Chat-Dienst Discord bedienbar – ein ungewöhnlicher Vertriebsweg, der Midjourney von Konkurrenten wie DALL·E und Stable Diffusion unterschied.

Zusammenfassung

Midjourney zählte 2022 neben OpenAIs DALL·E 2 und Stability AIs Stable Diffusion zu den drei Systemen, die Text-zu-Bild-Generierung binnen weniger Monate einem breiten Publikum bekannt machten. Anders als seine beiden Konkurrenten war Midjourney von Beginn an ein rein kommerzieller, geschlossener Dienst ohne offengelegte Modellgewichte oder Trainingsdaten.

Nutzende erzeugen Bilder über den Befehl /imagine gefolgt von einer Textbeschreibung im firmeneigenen Discord-Server oder in eigenen Servern mit installiertem Midjourney-Bot; das System liefert vier Bildvarianten zur Auswahl, aus denen sich einzelne Ergebnisse vergrößern oder weiter variieren lassen. Erst im August 2024, zusammen mit Version 6.1, führte Midjourney eine eigene Weboberfläche ein, die den Discord-Zwang für neue Nutzende aufhob.

Gründer David Holz bezeichnete das Unternehmen bereits im August 2022 als profitabel – ungewöhnlich für ein KI-Unternehmen dieser Größenordnung und ohne die üblichen großen Wagniskapital-Finanzierungsrunden vergleichbarer Anbieter.

Midjourney ist für einen ausgeprägten, sofort wiedererkennbaren visuellen Stil bekannt: stark stilisierte, oft dramatisch beleuchtete und kompositorisch durchgestaltete Bilder, die von vielen Nutzenden gegenüber der eher fotorealistischen Ausrichtung konkurrierender Systeme bevorzugt werden.

Begriffsgeschichte

Midjourney wurde von David Holz gegründet, der zuvor Leap Motion mitbegründet hatte, ein Unternehmen für gestenbasierte Computersteuerung. Nach einer ersten, kurzen 24-stündigen Öffnung am 18. Juli 2022 startete die breitere offene Beta am 26. Juli 2022.

Die Versionsgeschichte des Modells verlief in dichter Folge: V1 im Februar 2022, V2 im April 2022, V3 im Juli 2022, V4 im November 2022.

V5 folgte im März 2023, V6 im Dezember 2023, V6.1 im Juli 2024 und V7 im April 2025 – eine der schnellsten Iterationsfolgen unter den großen Bildgenerierungssystemen dieser Zeit.

Am 13. Januar 2023 reichten die Künstlerinnen Sarah Andersen, Kelly McKernan und Karla Ortiz eine Sammelklage gegen Stability AI, Midjourney und DeviantArt ein, die zentral die Frage behandelt, ob das Training mit urheberrechtlich geschütztem Bildmaterial ohne Zustimmung eine Rechtsverletzung darstellt.

Im Juni und September 2025 folgten weitere Klagen von Disney, Universal Pictures und Warner Bros. Discovery, die Midjourney vorwerfen, urheberrechtlich geschützte Figuren zu reproduzieren.

Methodische Grundlagen

Geschlossenes System ohne offengelegte Architektur. Anders als Stable Diffusion veröffentlicht Midjourney weder Modellgewichte noch Trainingscode oder detaillierte Angaben zu den verwendeten Trainingsdaten – Nutzende und Forschende können das System nur über seine Ausgaben, nicht über seine innere Funktionsweise untersuchen.

Chat-basierte Bedienung. Die ursprüngliche, ausschließliche Bedienung über Discord-Befehle war für ein KI-Produkt ungewöhnlich und band die Nutzung an eine Plattform, die nicht für professionelle Kreativ-Workflows entworfen wurde – ein Umstand, den die 2024 eingeführte Weboberfläche adressierte.

Kuratierter statt neutraler Stil. Im Unterschied zu Systemen, die auf möglichst neutrale, promptgetreue Wiedergabe zielen, ist Midjourneys Ausgabe erkennbar von den ästhetischen Vorlieben der Entwicklerinnen und Entwickler geprägt – ein bewusster Designentschluss, kein technisches Nebenprodukt.

Anwendungsfelder

Konzeptkunst und visuelle Ideenfindung. Illustrator:innen, Game- und Filmstudios nutzen Midjourney, um schnell visuelle Konzepte und Stimmungsbilder zu erzeugen, bevor aufwendigere manuelle Arbeit einsetzt.

Werbung und Marketing. Der ausgeprägte visuelle Stil eignet sich für Kampagnenbilder, bei denen eine bestimmte ästhetische Wirkung wichtiger ist als fotografische Genauigkeit.

Persönliche kreative Nutzung. Ein erheblicher Teil der Nutzerbasis erzeugt Bilder ohne kommerziellen Zweck, aus Interesse an der visuellen Erkundung von Ideen und Stilen.

Kontroversen und Kritik

Urheberrechtliche Klagen. Die seit 2023 laufenden und 2025 um weitere Studios erweiterten Klagen werfen Midjourney vor, sowohl beim Training als auch bei der Ausgabe urheberrechtlich geschütztes Material ohne Zustimmung zu verwenden beziehungsweise zu reproduzieren. Der Streitpunkt ist noch nicht abschließend gerichtlich geklärt und betrifft die gesamte Branche der Bildgenerierung.

Fehlende Transparenz. Die vollständige Geschlossenheit des Systems – keine offengelegten Trainingsdaten, kein offener Modellzugang – erschwert unabhängige Untersuchungen zu Verzerrungen, urheberrechtlicher Herkunft der Trainingsdaten oder Sicherheitsfragen.

Homogenisierung des visuellen Stils. Kritiker:innen bemängeln, dass der stark wiedererkennbare Midjourney-Look zu einer gewissen Uniformität KI-generierter Bilder im Netz beigetragen habe, die sich unabhängig vom jeweiligen Prompt-Inhalt ähneln.

Stand 2025/2026

Midjourney gehört Stand 2025/2026 weiterhin zu den führenden kommerziellen Bildgenerierungssystemen, mit einer im Vergleich zu Konkurrenten ungewöhnlich unabhängigen, selbstfinanzierten Unternehmensstruktur. Die laufenden urheberrechtlichen Klagen großer Medienkonzerne bleiben ungelöst und könnten die zukünftige rechtliche Einordnung generativer Bildsysteme insgesamt prägen.

Verwandte Begriffe

Quellenangaben

  1. PCWorld, 2022. Midjourney’s enthralling AI art generator goes live for everyone. pcworld.com, 26. Juli 2022.

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