Yejin Choi (* 1977 in Südkorea) ist eine südkoreanisch-amerikanische Informatikerin. Sie ist Dieter-Schwarz-Foundation-Professorin an der Stanford University und Senior Fellow am dortigen Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence (HAI). Sie zählt zu den führenden Forschenden im Bereich Alltagsverständnis (Common Sense Reasoning) und symbolisches Schließen in der Sprachverarbeitung.
Zusammenfassung
Choi erwarb einen Bachelorabschluss an der Seoul National University und promovierte 2010 an der Cornell University unter Claire Cardie mit einer Dissertation zur feingranularen Meinungsanalyse. Nach einer Assistenzprofessur an der Stony Brook University, wo sie unter anderem Verfahren zur Erkennung gefälschter Hotelbewertungen entwickelte, wechselte sie 2018 zum Allen Institute for AI. 2020 übernahm sie die Brett-Helsel-Professur an der University of Washington, wurde dort Vorsitzende der Informatik-Fakultät und 2023 Inhaberin des Wissner-Slivka-Lehrstuhls. Seit 2025 lehrt sie als Dieter-Schwarz-Foundation-Professorin an der Stanford University.
Choi entwickelte unter anderem ATOMIC, eine Wissensbasis für Alltagsverständnis, sowie Commonsense Transformers (COMET), die neuronale Netze mit symbolischem Schließen verbinden – Arbeiten, die auch zur Erkennung von Verzerrungen (Bias) in KI-Systemen eingesetzt werden. 2022 erhielt sie das MacArthur-Fellowship, oft als „Genie-Stipendium” bezeichnet; 2023 und 2025 wurde sie in die Time100-AI-Liste aufgenommen. Sie ist zudem wissenschaftliche Beraterin der französischen Forschungsgruppe Kyutai.
Werdegang
Choi wurde 1977 in Südkorea geboren und erwarb einen Bachelorabschluss an der Seoul National University. Anschließend wechselte sie in die USA an die Cornell University, wo sie 2010 unter der Betreuung von Claire Cardie mit einer Dissertation zur feingranularen Meinungsanalyse promovierte. Ihre erste Fakultätsstelle trat sie an der Stony Brook University an, wo sie unter anderem Methoden zur Erkennung gefälschter Online-Hotelbewertungen entwickelte.
2018 wechselte sie zum Allen Institute for AI, 2020 übernahm sie die Brett-Helsel-Professur an der University of Washington und wurde dort Vorsitzende der Informatik-Fakultät, 2023 erhielt sie den Wissner-Slivka-Lehrstuhl. Seit 2025 ist sie Dieter-Schwarz-Foundation-Professorin an der Stanford University und Senior Fellow am Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence.
Alltagsverständnis und die Grenzen statistischer Sprachmodelle
Chois Forschung konzentriert sich auf natürliche Sprachverarbeitung und Computer Vision, insbesondere auf die Frage, wie sich Computern ein statistisches Verständnis geschriebener Sprache vermitteln lässt – und wo dieses Verständnis an Grenzen stößt. Mit ATOMIC schuf sie eine umfangreiche Wissensbasis für Alltagsverständnis, mit Commonsense Transformers (COMET) ein Verfahren, das neuronale Netze mit symbolischem Schließen kombiniert. Diese Arbeiten dienen nicht nur dem Verständnis, wie Sprachmodelle implizites Alltagswissen verarbeiten, sondern auch der systematischen Aufdeckung von Verzerrungen in solchen Modellen.
Für ihre Forschung erhielt Choi zahlreiche Auszeichnungen von führenden KI-Fachkonferenzen, 2022 das MacArthur-Fellowship und 2023 sowie 2025 die Aufnahme in die Time100-AI-Liste. Sie berät zudem die französische KI-Forschungsgruppe Kyutai in wissenschaftlichen Fragen.
Verwandte Begriffe
- Large Language Models – die Modellklasse, deren Grenzen bei Alltagsverständnis Chois Forschung aufzeigt
- Deep Learning – das methodische Fundament der von Choi kritisch untersuchten Sprachmodelle
- Percy Liang – ebenfalls prominente Stimme zur unabhängigen Bewertung großer Sprachmodelle
Quellenangaben
- Wikipedia: „Yejin Choi”, Stand September 2026 (per WebFetch eingesehen). https://en.wikipedia.org/wiki/Yejin_Choi