Anthropozän (von altgriechisch ánthrōpos, „Mensch”, und kainós, „neu”; englisch Anthropocene) bezeichnet die These eines erdgeschichtlichen Zeitabschnitts, in dem der Mensch zu einer geologisch und erdsystemisch wirksamen Kraft geworden ist, deren Einflüsse auf Atmosphäre, Hydrosphäre, Lithosphäre und Biosphäre in messbaren, vielfach langfristig wirksamen Spuren niederschlagen.
Der Begriff wurde 2000 vom niederländischen Atmosphärenchemiker und Nobelpreisträger Paul Crutzen sowie dem amerikanischen Biologen Eugene Stoermer geprägt und ist seither zentraler Bezugspunkt von Klimadebatten, Erdsystemforschung und einer breiten geistes- und sozialwissenschaftlichen Diskussion.
Die formale Aufnahme des Anthropozäns in die geologische Zeitskala wurde im März 2024 von der International Union of Geological Sciences (IUGS) abgelehnt; als wissenschaftlich und politisch wirksamer Diagnosebegriff ist es jedoch etabliert.
Zusammenfassung
Das Anthropozän ist zugleich ein erdsystemwissenschaftlicher, ein geologischer, ein zeitdiagnostischer und ein kulturkritischer Begriff – und entlang dieser vier Verwendungen verläuft auch der größte Teil der Kontroversen um ihn.
Erdsystemwissenschaftlich ist die These weitgehend unstrittig: Menschliche Aktivitäten haben fundamentale planetare Parameter (atmosphärische Treibhausgaskonzentrationen, biogeochemische Stickstoff- und Phosphorkreisläufe, Biodiversität, Eismassenbilanzen) in einem Ausmaß verändert, das die stabilen Bedingungen des Holozäns übersteigt.
Geologisch wurde der Anthropozän-Vorschlag, eine neue Epoche der Zeitskala formal einzuführen, im März 2024 von den zuständigen Gremien (SQS, ICS, IUGS) abgelehnt.
Zeitdiagnostisch und kulturkritisch ist der Begriff in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu einem der zentralen Topoi des frühen 21. Jahrhunderts geworden, hat aber auch eine Reihe alternativer Bezeichnungen hervorgerufen – insbesondere Capitalocene, Plantationocene und Chthulucene –, mit denen Kritiker eine zu undifferenzierte Schuldzuweisung an „die Menschheit” als Ganzes zurückweisen.
Begriffsgeschichte
Vorläufer
Bereits 1873 sprach der italienische Geologe Antonio Stoppani von einer „anthropozoischen Ära”, in der der Mensch eine „neue tellurische Kraft” sei.
Im 20. Jahrhundert kam der Begriff Noosphäre bei Pierre Teilhard de Chardin und Wladimir Wernadski auf – Versuche, die menschliche Wirkmacht als geosystemische Größe zu fassen. Vereinzelt wurde der Ausdruck anthropocene in englischsprachigen biologischen Arbeiten der 1980er Jahre verwendet (Eugene Stoermer).
Crutzen und Stoermer
Die heutige Begriffsbedeutung etablierten Paul Crutzen und Eugene Stoermer in einem Beitrag im IGBP Global Change Newsletter (Mai 2000), in dem sie das Anthropozän als gegenwärtige geologische Epoche vorschlugen.
Crutzen erweiterte die Argumentation 2002 in dem viel zitierten Aufsatz Geology of Mankind in Nature. Den Beginn datierten Crutzen und Stoermer zunächst auf das späte 18. Jahrhundert, in Anlehnung an die Industrialisierung und die Verfeinerung der Dampfmaschine durch James Watt (1784).
Anthropocene Working Group
2009 wurde unter dem Vorsitz des britischen Geologen Jan Zalasiewicz die Anthropocene Working Group (AWG) gegründet, eine Untergruppe der Subcommission on Quaternary Stratigraphy (SQS), die wiederum der International Commission on Stratigraphy (ICS) untersteht. Ihre Aufgabe war es, einen formalen Vorschlag zur Aufnahme des Anthropozäns in die International Chronostratigraphic Chart zu prüfen und zu erarbeiten.
Datierungsdebatten
Innerhalb der Anthropozän-Forschung wurden mehrere konkurrierende Datierungen vorgeschlagen:
- Frühes Anthropozän (William Ruddiman, 2003): Beginn bereits vor mehreren tausend Jahren mit der Ausbreitung von Ackerbau und Brandrodung, die nachweisbar atmosphärische Methan- und Kohlendioxid-Konzentrationen beeinflussten.
- 1610 (Simon Lewis / Mark Maslin, Nature 2015): Beginn mit der globalen Vernetzung nach 1492 – Columbian Exchange, demografischer Kollaps der indigenen Bevölkerung Amerikas, Wiederbewaldung und damit messbarer CO₂-Rückgang („Orbis Spike”).
- Späte 18. Jahrhundert (Crutzen 2000/2002): Industrialisierung und beginnender Anstieg atmosphärischer Treibhausgaskonzentrationen.
- 16. Juli 1945 (Trinity-Test, der erste Atomwaffentest): Beginn der globalen Verteilung künstlicher Radionuklide.
- „Great Acceleration” (etwa 1950): Empirisch dokumentierter sprunghafter Anstieg von Bevölkerung, Energieverbrauch, Düngemitteleinsatz, Konsumgüterproduktion, Plastikemissionen und atmosphärischen Spurenstoffen – von Will Steffen und Mitarbeitern (IGBP) in mehreren Anthropocene Review-Beiträgen ab 2015 dokumentiert.
Die AWG entschied sich nach mehrjähriger Diskussion 2019 mehrheitlich für die Great Acceleration-Datierung (Mitte des 20. Jahrhunderts) und 2023 für Crawford Lake in Ontario, Kanada, als formalen Golden Spike (Stratotyp).
Die geologische Entscheidung 2024
Im Februar / März 2024 stimmte die SQS über den AWG-Vorschlag ab; das Ergebnis (4 Ja-, 12 Nein-Stimmen, 3 Enthaltungen) bedeutete eine deutliche Ablehnung.
Die Vorsitzenden der AWG (Jan Zalasiewicz, Martin Head) erhoben Einsprüche aufgrund vermuteter Verfahrensfehler – unter anderem wegen abgelaufener Mandatszeiten mehrerer abstimmender SQS-Mitglieder –, wurden jedoch in der Folge von ihren Funktionen abberufen. Am 20. März 2024 bestätigte die IUGS die Ablehnung mit fast einstimmiger Mehrheit.
Die formelle Begründung verwies darauf, dass die kurze zeitliche Erstreckung (wenige Jahrzehnte), die zeitlich und räumlich variable Wirkungsweise menschlicher Einflüsse und die unzureichende stratigraphische Definitionsschärfe einer Aufnahme in die Geologische Zeitskala entgegenstünden.
Zugleich betonte die IUGS, der Begriff Anthropozän werde „nicht nur von Erd- und Umweltwissenschaftlern, sondern auch von Sozialwissenschaftlern, Politikern und Ökonomen sowie der allgemeinen Öffentlichkeit” weiterverwendet werden und „ein unschätzbarer Deskriptor menschlich-ökologischer Wechselwirkungen” bleiben.
Wissenschaftliche Marker
Wissenschaftlich werden für das Anthropozän verschiedene materielle Signaturen herangezogen, die in Sedimenten, Eisbohrkernen und anderen Archiven nachweisbar sind:
- Künstliche Radionuklide: Plutonium-Isotope und ¹⁴C-Anstieg infolge der Atomwaffentests (1945–1963) – global synchron nachweisbar, derzeit der präziseste stratigraphische Marker.
- Plastik und Mikroplastik: Allgegenwärtige, persistente Sedimentkomponente seit Mitte des 20. Jahrhunderts.
- Beton und Aluminium: Die produzierte Masse an Beton übersteigt heute die Biomasse aller landlebenden Wirbeltiere.
- „Technofossilien”: Anthropogene Materialien, die im geologischen Archiv erhalten bleiben.
- Geochemische Marker: Erhöhte Konzentrationen von Stickstoff (Haber-Bosch-Synthese), Phosphor und Schwermetallen in Sedimenten.
- Atmosphärische Konzentrationen: CO₂ über 420 ppm (2024), CH₄ und N₂O auf historischen Höchstwerten.
- Biosphärische Marker: Globaler Rückgang der Wildtierbiomasse, Domestikationsdominanz (Geflügel macht heute den größten Teil der Vogelbiomasse weltweit aus), Aussterberaten weit über Hintergrundniveaus.
Kritische Reformulierungen
Die Bezeichnung Anthropozän hat erhebliche Kritik aus den Geistes- und Sozialwissenschaften hervorgerufen, da sie die Verantwortung für die ökologische Krise auf eine abstrakte „Menschheit” als Ganzes zuschreibe und damit historische, soziale und ökonomische Differenzierungen verdecke. Daraus sind mehrere alternative Bezeichnungen entstanden:
Capitalocene
Andreas Malm prägte den Begriff Capitalocene in einem Vortrag in Lund 2009, Jason W. Moore baute ihn in Capitalism in the Web of Life (2015) und im Sammelband Anthropocene or Capitalocene? (2016) zu einer eigenständigen Position aus.
Die These: Nicht „der Mensch” als solcher, sondern die historisch spezifische kapitalistische Produktionsweise mit ihrer fossilen Energiebasis (Andreas Malm: Fossil Capital, 2016) habe die planetaren Veränderungen erzeugt. Andreas Malm und Alf Hornborg (2014) verorten den Beginn explizit bei „einer kleinen Gruppe weißer britischer Männer”.
Plantationocene
Geprägt von Donna Haraway, Anna Tsing, Nils Bubandt, Scott F. Gilbert, Kenneth Olwig und Noboru Ishikawa in der Anthropologen-Diskussion Anthropologists Are Talking – About the Anthropocene (2015).
Die These: Die Plantage als historische Form der gewaltsamen Reorganisation von Boden, Pflanzen, Tieren und versklavten Menschen sei der genealogische Ursprung der heutigen ökologischen Krise – eine Position, die ökologische und koloniale Geschichte zusammendenkt.
Chthulucene
Donna Haraway prägte den Begriff in Staying with the Trouble: Making Kin in the Chthulucene (2016) als programmatische Gegenbezeichnung. Der Name leitet sich nicht von H. P. Lovecrafts Cthulhu ab, sondern von altgriechisch khthonios („der Erde zugehörig”) und verweist auf eine multispezies-relationale Existenzweise jenseits anthropozentrischer Subjektkonstruktion.
Weitere Bezeichnungen
In der Diskussion zirkulieren unter anderem Anglocene (Christophe Bonneuil), Pyrocene (Stephen Pyne; Fokus auf menschlich veränderte Feuerregime), Naufragocene (Schiffbruchszeitalter), Eurocene, Manthropocene (feministische Variante) und Negercene (Kathryn Yusoffs polemische Bezeichnung zur Kritik rassischer Blindstellen in der Anthropozän-Debatte; A Billion Black Anthropocenes or None, 2018).
Geistes- und sozialwissenschaftliche Rezeption
Der Anthropozän-Begriff hat in den Environmental Humanities eine eigene Forschungslandschaft begründet. Wichtige Beiträge:
- Dipesh Chakrabarty: The Climate of History: Four Theses (2009) und The Climate of History in a Planetary Age (2021) – argumentiert, dass die anthropogene Klimakrise die Unterscheidung von Natur- und Menschengeschichte hinfällig mache und die Kategorien der Sozialwissenschaften herausfordere.
- Bruno Latour: Das terrestrische Manifest / Down to Earth (2017) und Where Am I? Lessons from the Lockdown (2021) – entwickelt eine politische Ökologie der „kritischen Zone” und beendet damit lange Argumentationslinien seiner Akteur-Netzwerk-Theorie.
- Isabelle Stengers: Im Katastrophenzeitalter / In Catastrophic Times (2009) – analysiert die ökologische Krise als Konfrontation mit der „Einbrechung Gaias”.
- Anna Tsing: The Mushroom at the End of the World (2015) – multispecies-ethnographische Annäherung an Lebensformen „in den Ruinen des Kapitalismus”.
- Eva Horn: Zukunft als Katastrophe (2014) und Anthropozän zur Einführung (mit Hannes Bergthaller, 2019) – zentrale deutschsprachige Stimmen.
- Frédéric Neyrat: La part inconstructible de la Terre (2016) – kritisiert „geokonstruktivistische” Ansätze, die das Anthropozän als ingenieurmäßig zu gestaltende Aufgabe begreifen (Stichworte ecomodernism, geoengineering).
Politische und kulturelle Dimensionen
Der Anthropozän-Begriff ist Bezugspunkt einer breiten politischen und kulturellen Diskussion. Er strukturiert Debatten um Klimagovernance (UNFCCC, Pariser Abkommen 2015), planetare Grenzen (planetary boundaries-Konzept des Stockholm Resilience Centre, Rockström u. a. 2009/2023), Geoengineering, Biodiversität (Kunming-Montreal-Rahmenwerk 2022) und um die ethische Verantwortung gegenüber künftigen Generationen.
In den Künsten – Literatur, bildender Kunst, Film, Performance – hat das Anthropozän eigene Genres und Ausstellungsformate hervorgebracht (etwa das Berliner Haus der Kulturen der Welt-Projekt Das Anthropozän-Projekt 2013–2014).
Kritik
Neben den oben dargestellten geistes- und sozialwissenschaftlichen Reformulierungen wird der Begriff aus mehreren Richtungen kritisiert:
- Geologisch: Die Ablehnung durch die IUGS (2024) verweist auf strukturelle Probleme einer Datierung kurzer, asynchroner, instabiler Phänomene innerhalb einer Zeitskala, die mit Einheiten von Jahrtausenden bis Jahrmilliarden operiert.
- Politisch: Eine universalisierende Lesart („der Mensch hat das Klima verändert”) verschleiere historische Verantwortlichkeiten zwischen Globalem Norden und Süden, zwischen extraktiven und betroffenen Bevölkerungen.
- Ideologisch: Aus posthumanistischer Perspektive (Braidotti, Haraway) reproduziere das Anthropozän einen anthropozentrischen Subjektbegriff, den seine eigene Diagnose eigentlich problematisieren müsste.
- Praxisbezogen: Kritiker (insbesondere aus dem Umfeld der Ecomodernist Society) wenden ein, der Anthropozän-Begriff sei zu pessimistisch und werde von „guten Anthropozän”-Konzeptionen – Anerkennung der menschlichen Steuerungsfähigkeit, technologisch vermittelte Entkopplung – produktiv abzulösen.
Verwandte Begriffe
- Chthulucene – Haraways gegenanthropozentrische Bezeichnung
- Plantationocene – kritische Reformulierung mit kolonialgeschichtlicher Akzentuierung
- Great Acceleration – sprunghafter Anstieg sozioökonomischer und biophysikalischer Indikatoren ab etwa 1950
- Geoengineering – diskutierte technische Eingriffe in das Erdsystem
- Holozän – die nun beendete oder noch andauernde geologische Epoche, mit der das Anthropozän kontrastiert wird
- Planetary Boundaries – Rahmenwerk des Stockholm Resilience Centre (Rockström u. a.)
- Environmental Humanities – Forschungsfeld, in dem der Anthropozän-Begriff zentral verhandelt wird
- Earth System Science – wissenschaftliches Bezugsfeld des Anthropozän-Begriffs
- Klimawandel / Klimakrise – engerer wissenschaftlich-politischer Bezugsbegriff
Quellenangaben
- Bonneuil, Christophe / Fressoz, Jean-Baptiste (2013): L’Événement Anthropocène. La Terre, l’histoire et nous. Paris: Seuil. (Dt.: Die Erde, das Ereignis und wir. Berlin: Matthes & Seitz, 2016.)
- Chakrabarty, Dipesh (2009): The Climate of History: Four Theses. In: Critical Inquiry 35 (2), S. 197–222.
- Chakrabarty, Dipesh (2021): The Climate of History in a Planetary Age.
- Crutzen, Paul J. / Stoermer, Eugene F. (2000): The “Anthropocene”. In: IGBP Global Change Newsletter 41, S. 17–18.
- Crutzen, Paul J. (2002): Geology of Mankind. In: Nature 415, S. 23.
- Haraway, Donna J. (2015): Anthropocene, Capitalocene, Plantationocene, Chthulucene: Making Kin. In: Environmental Humanities 6 (1), S. 159–165. DOI: 10.1215/22011919-3615934.
- Haraway, Donna J. (2016): Staying with the Trouble: Making Kin in the Chthulucene.
- Horn, Eva / Bergthaller, Hannes (2019): Anthropozän zur Einführung.
- International Union of Geological Sciences (2024): Joint Statement by the IUGS and the ICS on the Vote of the Subcommission on Quaternary Stratigraphy. 20. März 2024.
- Latour, Bruno (2017): Où atterrir? Comment s’orienter en politique. Paris: La Découverte. (Dt.: Das terrestrische Manifest. Berlin: Suhrkamp, 2018.)
- Lewis, Simon L. / Maslin, Mark A. (2015): Defining the Anthropocene. In: Nature 519, S. 171–180.
- Malm, Andreas / Hornborg, Alf (2014): The Geology of Mankind? A Critique of the Anthropocene Narrative. In: The Anthropocene Review 1 (1), S. 62–69.
- Malm, Andreas (2016): Fossil Capital: The Rise of Steam Power and the Roots of Global Warming.
- Moore, Jason W. (Hrsg.) (2016): Anthropocene or Capitalocene? Nature, History, and the Crisis of Capitalism.
- Richardson, Katherine u. a. (2023): Earth Beyond Six of Nine Planetary Boundaries. In: Science Advances 9 (37), eadh2458.
- Rockström, Johan u. a. (2009): A Safe Operating Space for Humanity. In: Nature 461, S. 472–475.
- Ruddiman, William F. (2003): The Anthropogenic Greenhouse Era Began Thousands of Years Ago. In: Climatic Change 61 (3), S. 261–293.
- Steffen, Will u. a. (2015): The Trajectory of the Anthropocene: The Great Acceleration. In: The Anthropocene Review 2 (1), S. 81–98.
- Stengers, Isabelle (2009): Au temps des catastrophes. Résister à la barbarie qui vient. Paris: La Découverte. (Dt.: Im Katastrophenzeitalter. Berlin: Merve, 2015.)
- Tsing, Anna L. (2015): The Mushroom at the End of the World: On the Possibility of Life in Capitalist Ruins.
- Yusoff, Kathryn (2018): A Billion Black Anthropocenes or None.
- Zalasiewicz, Jan u. a. (Hrsg.) (2019): The Anthropocene as a Geological Time Unit: A Guide to the Scientific Evidence and Current Debate.